Marzabotto – Schauplatz eines bestialischen Verbrechens
Zerstörte Häuser, verbrannte Erde und 770 getötete
Männer, Frauen und Kinder: Fünf Tage dauerte das Massaker von
Marzabotto, das Einheiten der SS 1944 an der italienischen
Zivilbevölkerung verübte. Der Ausmaß der bestialischen Morde hat bis
heute Spuren in der Region hinterlassen.
Von Henning Klüver Audio:
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| Das Massaker von Marzabotto war ein Rachefeldzug der Deutschen gegen die italienische Zivilbevölkerung (dpa) |
Gekommen, um zu töten
Marzabotto gehört zur sogenannten
Goten-Linie, die den Durchbruch in die Po-Ebene verhindern soll. Von
vier Seiten aus machen sich Einheiten der Deutschen auf den Weg ins
Hügel- und Bergland zwischen den Flüssen Setta und Reno. An diesem
Morgen ist auch ein junges Mädchen, Angiolina Massa, zusammen mit einer
Freundin unterwegs am Monte Sole, wo sie Angiolinas Vater treffen.
Später erinnert sie sich:
„Als wir ankamen, rief mein Vater:
‚Geht zurück, die Deutschen sind schon da!’ Also gingen wir zurück.
Wären wir geblieben, wären wir so wie alle anderen gestorben.“
Die
Deutschen kommen mit der Absicht zu töten. Der durch die Täler
fließende, militärisch wichtige Versorgungsverkehr war in den Wochen
zuvor durch Aktivitäten der vom Monte Sole aus operierenden
Widerstandsbrigade Stella Rossa empfindlich gestört worden. Im
Tagesbefehl für die Operation heißt es:
„Ziel der Operation ist
die Vernichtung der Partisanengruppen und die Säuberung des
Feindgebiets zwischen dem Setta- und dem Reno-Tal.“